Amazon zieht den Prime Day in diesem Jahr ans Ende des zweiten Quartals vor. Adobe rechnet damit, dass viele andere Onlinehändler nachziehen und parallel eigene Aktionen fahren. Für das Aktionsfenster vom 23. bis 26. Juni prognostiziert Adobe 26,3 Mrd. Dollar Online-Umsatz in den USA, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahresevent im Juli.
Die ersten beiden Tage tragen das Event
Auf die ersten zwei Tage des viertägigen Zeitraums entfallen 59 Prozent des Umsatzes. Das ist verteilter als 2025, als die ersten beiden Tage noch 64 Prozent ausmachten. In absoluten Zahlen rechnet Adobe mit 7,6 Mrd. Dollar am 23. Juni, 7,9 Mrd. am 24. Juni und danach mit 5,5 und 5,3 Mrd. Dollar.
Rabatte bleiben auf Vorjahresniveau
Bei den Nachlässen erwartet Adobe ein ähnliches Bild wie 2025, mit den besten Deals des Jahres außerhalb der Cyber Week. Kategorien mit historisch niedrigeren Rabatten legen leicht zu. Haushaltsgeräte kommen auf 18 Prozent (17 Prozent in 2025), Computer auf 14 Prozent (13 Prozent) und Sportartikel auf 12 Prozent (11 Prozent). An der Spitze stehen weiter Bekleidung, Elektronik, Spielzeug und Fernseher mit Spitzenrabatten um 23 bis 24 Prozent.
Welche Produkte den größten Sprung machen
Spannender als der Durchschnitt sind die Ausschläge einzelner Produktgruppen. Adobe misst den Aufschlag gegenüber dem normalen Tagesumsatz. Ganz vorn liegt Kinderbekleidung mit einem prognostizierten Plus von 230 Prozent.
- Kinderbekleidung+230%
- Gepäck & Koffer+195%
- Kopfhörer & Speaker+185%
- Kühl- & Gefriergeräte+185%
- Games+180%
- Elektrowerkzeug+155%
Was die Zahl mit dem Quartal macht
Der vorgezogene Prime Day verschiebt das ganze Quartal. Adobe erwartet im zweiten Quartal erstmals außerhalb des Weihnachtsgeschäfts mehr als 300 Mrd. Dollar Online-Umsatz, konkret 301,4 Mrd. Dollar bei einem Wachstum von 11,9 Prozent. Getragen wird das vom Juni, der mit einem Plus von 23 Prozent auf 106,9 Mrd. Dollar herausragt. April und Mai liegen mit plus 6,2 und plus 7,1 Prozent im normalen Rahmen.
Ein einzelnes Aktionsfenster hebt den Juni um 23 Prozent und schiebt ein ganzes Quartal über die 300-Milliarden-Marke. So viel Gewicht hatte ein künstlicher Shopping-Termin selten.
Die Daten stammen aus den USA und lassen sich nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen. Die Richtung gilt trotzdem. Wer im Juni keine Aktion plant, verschenkt das umsatzstärkste Fenster des Quartals. Und die Verteilung über die vier Tage zeigt, dass Bestand, Werbebudget und Preis vor allem an den ersten beiden Tagen sitzen müssen, weil dort fast 60 Prozent des Geschäfts laufen.
Datengrundlage: Adobe Digital Insights, U.S. Prime Day Forecast 2026. Basis ist Adobe Analytics mit mehr als einer Billion Besuchen auf US-Handelsseiten und über 100 Millionen SKUs. Alle Werte sind Prognosen und beziehen sich auf den US-Markt.